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"Herausragenden Menschen" verloren

 

Sterbekarte AW sen

 

„Herausragenden Menschen“ verloren

Der Patersdorfer Ehrenbürger Anton Wittenzellner sen. starb im Alter von 84 Jahren

 

Patersdorf. Anton Wittenzellner war eine Institution in Patersdorf. Sein Lebenswerk hatte nachhaltig Auswirkungen auf das dortige Dorf- und Gesellschaftsleben. Der Ehrenbürger der Gemeinde ist am Samstag im Alter von 84 Jahren gestorben.

 

Er wurde am 8.7.1933 als drittes Kind der Bäckersleute Xaver und Anna Wittenzellner in Köckersried bei Zachenberg geboren. Seine Eltern modernisierten im gleichen Jahr der Vorkriegszeit eine bestehende Bäckerei in der Ortsmitte von Patersdorf und bezogen dort auch die Wohnung. Anton Wittenzellner war erst zehn Jahre alt, als sein Vater mitten im Krieg 1943 viel zu früh starb und seine Mutter mit den drei Kindern alleine in den schwierigen Nachkriegsjahren für den Lebensunterhalt der Familie sorgen musste.
Kurzerhand machte sie die Meisterprüfung und bildete ihre beiden Sohne Xaver und Anton als Bäcker aus. Zuvor absolvierte Anton aber noch acht Jahre Volksschule in Patersdorf mit anschließender Berufsschule. Weil er an einer Sehschwäche litt und mit seiner Brille in der Backstube immer wieder Probleme hatte, fiel Mitte der 50-er Jahre die familiäre Entscheidung, dass sich der „Toni“ (so war er im ganzen Dorf bekannt) mehr um den sich langsam entwickelnden Handel zu kümmern hatte, während sein Bruder Xaver weiter die Bäckerei betreiben wollte.
Seine Schwester Anna heiratete 1957 den Gastwirt Karl Kargl. Den „Toni“ schickte seine Mutter bereits 1952 vorausschauend nach Regensburg in die dortige Handelsschule. Tatsächlich entwickelte Anton Wittenzellner, als er ab Mitte der 50-er Jahre in der Hauptsache für den damaligen Landhandel zuständig war, großes Geschick für die Geschäftswelt. Es kam ihm jetzt zugute, dass damals bereits die Familie am Patersdorfer Bahnhof ein Lagerhaus hatte, von wo aus er Waren über die Bahn auch ins Notstandsgebiet des Nachkriegsberlin transportieren ließ. Unter dem Begriff Landhandel musste man sich damals nicht nur den Verkauf von Dünge- und Futtermitteln vorstellen, sondern auch den Ankauf von Ernteerzeugnissen bis aus dem Gäuboden. Es gesellte sich der Bau- und Brennstoffhandel (Kohlen- und Brennholz) hinzu und im Bäckerladen wurden zudem Kolonialwaren (überseeische Lebens- und Genussmittel) vertrieben.

Als Toni im Jahr 1957 seine Anna heiratete, hatten beide sicher einen Berg von Zukunftsplänen, doch die erste große Herausforderung war die Erziehung von insgesamt sieben Kindern, was alleine schon genügend Kraft erforderte. Daneben war die junge Mutter noch im Laden tätig und Toni baute weiter sein Geschäft aus. Nachdem die Handelstätigkeit automatisch auch Speditionsnotwendigkeiten erforderte, erschloss sich ein weiteres Aufgabengebiet. Anfang der 70-er Jahre waren die Lagerkapazitäten zu eng und Anton Wittenzellner baute in der Ortsmitte ein neues Lagerhaus (heute Sparkasse).
Einige Jahre zuvor hatte er den Laden in das zwischenzeitlich von ihm bewohnte Mehrfamilienhaus am Ortseingang verlegt, weil das alte Gebäude der Ortsdurchfahrt weichen musste. Diesen Lebensmittelladen erweiterte er mit seiner Frau Anfang der 80-er Jahre zu einem Vollsortimentgeschäft. Weil sich die Geschäfte weiterhin gut entwickelten und in der Ortsmitte keine Erweiterungsmöglichkeit mehr gegeben war, siedelte Anton Wittenzellner schließlich seine gesamte Handelsfirma in das damals neue Gewerbegebiet am Ortsrand von Patersdorf aus.
Bei dieser wichtigen und weitreichenden Entscheidung hatte er bereits seine drei Söhne im Boot, denen er Anfang 2004 die Geschäftsführung seines Betriebes mit mehr als 50 Mitarbeitern übergab. In der Folge wuchs die Wittenzellner KG auf über 90 Beschäftigte an und ist derzeit der größte Arbeitgeber in der Gemeinde Patersdorf.
2005 traf Anton Wittenzellner ein harter Schicksalsschlag: Seine geliebte Frau Anna starb völlig überraschend – ein Schock, der ihn sehr tief traf. Trotzdem wirkte er, solange es seine Gesundheit zuließ, weiterhin an der Seite seiner Söhne aktiv am Firmenleben mit und war sichtlich zufrieden mit der Entwicklung.
Neben seinen persönlichen und privaten Verdiensten brachte sich der „Begga Toni“ auch gesellschaftlich überaus wertvoll ein. Er gehörte von 1966 bis 1978 dem Gemeinderat von Patersdorf an und wurde im Jahr 2013 durch Gemeinderatsbeschluss wegen seiner herausragenden Lebensleistung auch für das Gemeinwohl,zum Ehrenbürger der Gemeinde Patersdorf ernannt. Der Toni unterstützte und förderte die örtlichen Vereine. Er war Gründungs- und Ehrenmitglied des Trachtenvereins d`Kreuzstraßler, Ehrenmitglied der Feuerwehr Patersdorf, Gründungs- und Ehrenmitglied der Spvgg Patersdorf sowie jahrzehntelang Mitglied des Bauernvereins Patersdorf und Ruhmannsfelden, beim Schützenverein Auerhahn, beim Arbeiter- und Krankenunterstützungsverein, bei den Kleintierzuchtvereinen Patersdorf und Ruhmannsfelden sowie beim BRK-Kreisverband Regen. Besonders am Herzen lag ihm der Stammtisch Kargl in Patersdorf, wo er sich bis vor wenigen Monaten immer auf einen „Watterer“ mit seinen engen Freunden freute. Bürgermeister Willi Dietl betont: „Mit Anton Wittenzellner verliert Patersdorf einen in vielen Bereichen herausragenden Menschen, der die Gemeinde und den Ort entscheidend geprägt hat!“ 

Neben seinen sieben Kindern verabschieden sich 16 Enkel und ein Urenkel von ihm.

Quelle: PNP, 13.10.2017, HF

 

 

Er wird weiterleben in Allem, was er in diesem Familienbetrieb erschaffen und aufgebaut hat.
Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

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